Drohnenteam / Jungwildrettung
Kontakt Nordkreis:
(Städteregion Aachen, nördlicher Bereich bis ca. Roetgen):
Markus Baltuttis, Telefon: 0157 7149 2243, Mail: Drohnenteam
Kontakt Südkreis
(Städteregion Aachen, Eifel bis ca. Roetgen):
Dominik Puhl, Telefon: 0176 20763450, Mail: d.puhl@kjs-aachen.de
In jedem Fall erreichen Sie über die Kontaktadressen das gut vernetzte Drohnenteam.

Wir danken der EWV für das Sponsoring einer Drohne

Unterstützung gesucht !
Die Jungwildrettung steht wieder vor ihrer wichtigsten Zeit – und wir brauchen Eure Unterstützung!
Für unsere Einsätze suchen wir dringend weitere Drohnenpiloten, die in den Hauptmonaten (April bis Juni) insbesondere in den frühen Morgenstunden Zeit haben. Wichtig ist, dass Ihr die benötigte Zeit mitbringt, da die Einsätze meist sehr spontan stattfinden und wir flexibel auf Mähtermine reagieren müssen.
Mit Eurem Einsatz könnt Ihr unzählige Rehkitze und andere Wildtiere vor dem Mähtod bewahren. Wenn Ihr eine Drohne steuern könnt und nach Möglichkeit (aber keine muss) eine Fluglizenz besitzt, meldet Euch bitte so schnell wie möglich bei uns! Jede helfende Hand zählt.
Lasst uns gemeinsam einen wichtigen Beitrag zum Tierschutz leisten! Wir freuen uns auf Eure Rückmeldungen.
Bitte schreibt das Drohnenteam unter folgender E-Mail-Adresse an: drohnenteam@kjs-aachen.de
Hard Facts des Drohnenteams 2025 – 2021
| 2025 | 2024 | 2023 | 2022 | 2021 | |
| Einsatzzeit | 12 Wochen | 12 Wochen | 15 Wochen | 12 Wochen | 5 Wochen |
| bearbeitete Gesamtfläche | 2351 Ha | 1017 Ha | 1342 Ha | 355 Ha | 396 Ha |
| Einsätze Gesamt | 205 | 84 | 125 | 32 | 31 |
| Anzahl involvierte Reviere | kA | N/N | +30 | 16 | 17 |
| Geborgene Kitze | 91 | 23 | 114 | 42 | 32 |
| Geborgende Junghasen | 34 | 14 | 17 | keine Angabe | kA |
| Gelege | 9 | 3 | |||
| Mannstunden Piloten (ohne Läufer) | 682 | 126 | 1132 | kA | 314 |
Rehwild gehört zu den häufigsten Wildarten in unserer Landschaft. Die Muttertiere gebären in der Regel ein bis zwei Kitze in den Monaten Mai und Juni.
Diese werden zum Schutz vor Prädatoren im hohen Gras abgelegt.
In den ersten beiden Lebenswochen haben die Rehkitze keinen Fluchtinstinkt und drücken sich bei Gefahr flach auf den Boden.
Während der ersten Lebenswochen der Rehkitze beginnt auch die Mähsaison. Dabei passiert es leider immer wieder, dass die Rehkitze von den Messern der Mähmaschinen verstümmelt oder getötet werden.
Nicht nur Rehwild sondern auch Bodenbrüter wie z. B. Feldlerche, Rebhuhn, Wachtelkönig, Braunkehlchen, Kiebitz aber auch Junghasen sind betroffen.
Landwirte und Jäger/-innen, die sich dem Tierschutz verpflichtet fühlen sind bemüht dieses Leiden zu vermeiden.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten die Wiesen vor dem Mähen nach abgelegten Rehkitzen abzusuchen. Dazu zählt z.B. das Absuchen mit dem Jagdhund oder das Ablaufen in Form einer Personenkette, was allerdings sehr zeit- und personalintensiv ist.
In jedem Falle sollte von innen nach aussen der Fläche gemäht werden. So können nicht nur Tiere sondern auch Insekten nach aussen flüchten.
In den letzten Jahren hat sich der Einsatz von Drohnen in Kombination mit Wärmebildtechnik auch im Bereich der Rehkitzsuche etabliert. Dieses Verfahren bietet Landwirten und Jagdausübungsberechtigten die Möglichkeit zeitsparend und effektiv ihrer tierschutzrechtlichen Verantwortung gegenüber dem Wild nachzukommen. In Bereichen, in denen der Einsatz von Drohnen nicht möglich ist (z.B. tiefhängende Äste oder Flugverbotszonen), kommt der Wildretter – ein Gestell mit Infrarotsensoren – zum Einsatz.
In der Regel besteht das Team aus dem Piloten und den Läufern. Diese kommunizieren über Funkgeräte. Im Fall einer Detektion meldet der Pilot den Fund und der nächste Läufer macht sich auf den Weg. Das Kitz wird mit einem Kescher gesichert und durch das Team dann in eine Box (ausgepolstert mit Gras) geborgen. Wichtig ist es, dass keinerlei Geruchsübertragung durch den Menschen auf das Kitz übertragen wird. Denn das würde die Gefahr bergen, dass die Ricke das Kitz später nicht mehr annimmt. Das Kitz wird mit der Box am Rand der Wiese im Schatten abgestellt. Dirket nach dem Mähvorgang wird das Kitz am Aufnahmeort wieder zurückgesetzt.
Die Kreisjägerschaft Aachen fühlt sich dieser Verantwortung verpflichtet und verfügt seit der Saison über zwei Teams, die im Nord- und Südkreis aktiv sind. Dieses für diese Aufgabe geschulte Team ist mit allem notwendigen Equipment ausgestattet, um ein effektives und nachhaltiges Absuchen sowie das Retten der Kitze zu gewährleisten. Die Piloten verfügen über entsprechende Führerscheine und bilden sich regelmäßig fort.
Gerne unterstützen wir Jagdpächter/Jagdausübungsberechtigter bei dieser anspruchsvollen Arbeit.
Wie funktioniert das?
Der Landwirt teilt dem Jagdausübungsberechtigten den geplanten Mähtermin mit. Der Jagdausübungsberechtigte informiert daraufhin das Drohnenteam entweder per Mail oder telefonisch. Wenn sich der Landwirt direkt beim Drohnenteam meldet, wendet sich das Drohnenteam dann wiederum an den Jagdausübungsberechtigten.





Presse und Öffentlichkeitsarbeit rund um das Drohnenteam
WDR berichtet über unser Drohnenteamams
Wenn im Frühjahr die Wiesen gemäht werden, beginnt für viele Wildtiere eine besonders gefährliche Zeit. Rehkitze, junge Feldhasen und am Boden brütende Vögel drücken sich bei Gefahr instinktiv ins hohe Gras, anstatt zu fliehen. Ohne vorherige Suche bleiben sie für die Mähwerke oft unsichtbar.
Genau hier setzt unser Drohnenteam an. Mit modernster Wärmebildtechnik werden die Wiesen in den frühen Morgenstunden systematisch abgeflogen. Entdeckt die Drohne ein Wärmesignal, weisen die Pilotinnen und Piloten die Läufer am Boden präzise ein. Gemeinsam können die Jungtiere gesichert und vorübergehend aus der Gefahrenzone gebracht werden.
Über die wichtige Arbeit des Drohnenteams berichtete jetzt auch die WDR-Lokalzeit Aachen. Im Beitrag wird deutlich, wie eng Drohnenpilot und Helfer zusammenarbeiten müssen. Nicht jedes Rehkitz bleibt liegen – ältere Tiere haben oft bereits einen Fluchtinstinkt entwickelt und bringen sich selbst in Sicherheit. Die ganz jungen Kitze hingegen verlassen sich auf ihre Tarnung und sind ohne den Einsatz der Wärmebilddrohne kaum zu entdecken.
Besonders beeindruckend ist die Erfahrung vieler Ehrenamtlicher, wenn sie zum ersten Mal ein nur wenige Tage altes Rehkitz im hohen Gras finden. Oft liegt das Tier direkt vor den Füßen und bleibt dennoch nahezu unsichtbar. Erst durch die exakte Einweisung der Drohne kann es sicher geborgen werden.
Seit Beginn der diesjährigen Saison konnten unsere ehrenamtlichen Teams bereits zahlreiche Wildtiere vor dem Mähtod bewahren. Jeder Einsatz ist Teamarbeit und findet in enger Abstimmung mit den Landwirtinnen und Landwirten statt. Denn niemand möchte, dass Wildtiere bei der Mahd zu Schaden kommen – weder aus Tierschutzgründen noch wegen möglicher Folgen für die Futterqualität.
Unsere Einsätze beginnen meist lange vor Sonnenaufgang und werden vollständig ehrenamtlich durchgeführt. Was die Helfer antreibt, ist die Gewissheit, mit jedem geretteten Jungtier einen wertvollen Beitrag zum Wildtierschutz zu leisten.
Wir bedanken uns bei allen Landwirten, Jagdausübungsberechtigten, Drohnenpilotinnen und -piloten sowie den zahlreichen Läuferinnen und Läufern für ihren engagierten Einsatz. Gemeinsam retten wir Leben.
Jungwildrettung des Drohnenteams der KJS Aachen 2025
Von Albrecht Peltzer
„Sicher ist, dass sie uns Einiges abverlangen wird: verkürzte Nächte, körperliche Anstrengung, frieren und schwitzen.“ So steht es in einer WhatsApp-Nachricht im gerade angelegten Chat „DT-Einsatzgruppe 2025“. Es ist der 9. April 2025 und wieder stehen für die Kitzretter anstrengende Wochen an. Mehr als 50 Menschen habe sich der Gruppe angeschlossen. Bereit, auch in diesem Jahr mit großem Engagement dafür zu sorgen, dass soeben gesetzte Kitze und anderes Wild nicht den Mähmaschinen der Landwirte zum Opfer fallen.
Verkürzte Nächte? Vielleicht klingt das auch noch zu entspannt. Denn bisweilen gehen die Einsätze bereits gegen 3 oder 4 Uhr los. Da ist viel Stehvermögen und sehr viel Idealismus verlangt. „Fliegen um 4 Uhr, fünf bis sechs Läufer wären hilfreich“, schreibt Markus Baltuttis wenige Tage später im Gruppen-Chat. Den Button „Bin dabei“ klicken fünf Helferinnen und Helfer an, viele müssen natürlich aus den unterschiedlichsten Gründen ankreuzen: leider nicht.
So funktioniert die Organisation. Kurze Nachrichten, Standort schicken, Einsatzgebiet, Flächengröße – und die Teams sind in der Nacht, manchmal auch tagsüber startklar. Es kommt immer darauf an, wie die Absprache mit den Landwirten und den Jagdausübungsberechtigten abläuft. Da muss man im übertragenen Sinne Hand in Hand arbeiten. Dann kann nach anstrengenden Minuten und Stunden in vielen Fällen – zum Beispiel am 27. Juni – gepostet werden: „Einsatz beendet. Sieben Stück Rehwild, ein mobiles Kitz, drei Hasen, zwei Gesperre Fasan.“ Lachende, zustimmende Emojis werden gepostet, dass ein oder andere Herz ist dabei.
Markus Baltuttis gehört wie Kevin Vossen und Stephan Willems zum Drohnenteam Nord. Sie sind die Piloten, die die Wärmebildkameras über die Felder und Wiesen fliegen lassen. Dazu kommen dann die jeweiligen Läufer. Einige sind bei sehr vielen Einsätzen im Laufe der Saison dabei, andere sporadisch. Aber es passt immer, dass ein einsatzfähiges Team am Start ist. Rund 1500 Hektar werden im Norden von April bis Juni abgeflogen, rund 100 Kitze können geborgen und gerettet werden. Dazu Junghasen und Gelege. Eine Erfolgsgeschichte.
Wie auch beim Südteam, das von den Drohnenpiloten Dominik Puhl, Werner Mattheis, Martin Corsten und Andre Wilden angeführt wird. 2000 Hektar werden im Einsatzzeitraum abgeflogen, 20 Kitze können gerettet werden.
Zu den einzelnen Einsätzen gibt es eine rege Kommunikation über einen zweiten WhatsApp-Chat. Fotos werden gepostet, Erfahrungen ausgetauscht, es wird auch mal einfach nur ein wenig geklönt, man hat sichtlich Spaß, Teil dieser Gemeinschaft zu sein.
Und dazu gehört natürlich auch, den gemeinsamen Erfolg zu feiern. Etwa 50 Kitzretter finden sich Mitte Juli im Schützenheim Soers zum Grillfest ein. Den Dank des Vorstandes der Kreisjägerschaft Aachen überbringt Vorsitzende Claudia Plum, die dann im wahren Wortsinn den Vogel abschießt – beim Schießen auf den Holzvogel.
Nach der Kitzrettung ist vor der Kitzrettung: Für das kommende Jahr ist die KJS mit vielen engagierten Helferinnen und Helfern gut aufgestellt. Die Nächte werden wieder kurz sein. Und sicher wird gepostet: „Uns wird einiges abverlangt.“ Aber jedes gerettete Wild ist jede Strapaze wert. (alp)
Rehkitzrettung mit Wärmebild & Herz
Dank neuer Drohne von der EWV
REGION Wenn andere sich nochmal im Bett umdrehen, beginnt für Claudia Plum und das Team der Kreisjägerschaft Aachen der Tag. Denn zwischen Mai und Juli sind sie in der Städteregion täglich als ehrenamtliche Rehkitzretter unterwegs – unterstützt von moderner Technik, viel Engagement und seit Kurzem auch von der EWV Energie- und Wasser-Versorgung GmbH.
Die ehrenamtlichen Helfer und Helferinnen haben ein klares Ziel: Wildtiere vor dem Mähtod zu bewahren. Denn Rehkitze bleiben bei Gefahr instinktiv ruhig und flach liegen, statt zu fliehen – was sie für Mähmaschinen unsichtbar macht. Besonders gefährlich wird es, wenn die Landwirte ihre Felder ernten.
Enge Zusammenarbeit mit Landwirten
Für die Landwirte muss die Arbeit weitergehen: Heu muss gemacht, Getreide gemäht werden. Bevor sie starten, informieren sie oder die jeweiligen Jagdpächter die Drohnenteams der Kreisjägerschaft. Dann zählt jede Minute: Zwischen der Info und dem Mähen bleibt oft nur ein kleines Zeitfenster, um die Felder abzufliegen und Jungtiere in Sicherheit zu bringen.
Schon in den frühen Morgenstunden – oft gegen 3 oder 4 Uhr – fliegt das Drohnenteam die Felder ab. Die Wärmebildkamera erkennt die Tiere durch die abgegebene Körperwärme. Der Boden ist zu dieser Uhrzeit noch kühl, so sind sie gut erkennbar. Wird ein Kitz geortet, bergen es die Helferinnen und Helfer und legen es vorsichtig an sicherer Stelle ab. Dann können die Maschinen ihr Tagwerk tun.
„Früher haben wir die Felder zu Fuß abgesucht, heute erleichtern uns die Drohnen die Arbeit erheblich“, sagt Claudia Plum, Vorsitzende der Kreisjägerschaft Aachen. „Doch ein paar unserer Drohnen waren anfällig oder nicht mehr ausreichend leistungsfähig.“

Technische Unterstützung aus der Region – durch die EWV
Dank der Unterstützung der EWV konnte nun eine hochmoderne Drohne mit leistungsstarker Wärmebildtechnik angeschafft werden. Mit einem 55-fachen Bild-Zoom, langer Akkulaufzeit und stabilen Flugeigenschaften ist sie für die Rehkitzrettung bestens geeignet. Gefördert wurde die Anschaffung im Rahmen des EWV-Projekts „Region PLUS“ – einem Fördertopf, der regionale Vorhaben rund um Umwelt, Nachhaltigkeit und Gemeinwohl unterstützt.
„Diese Drohne hilft uns enorm“, betont Claudia Plum. „Sie ergänzt unsere Ausrüstung perfekt und macht unsere Arbeit deutlich effizienter.“
Über 1.600 Hektar abgesucht – 114 Rehkitze gerettet
Ein Blick auf die Zahlen zeigt den Erfolg des ehrenamtlichen Einsatzes: Allein in der Saison 2024 wurden in der Städteregion rund 1.600 Hektar abgesucht – eine Fläche größer als das Stadtgebiet von Würselen. 114 Rehkitze wurden gerettet. Nicht mitgerechnet: Hasen und andere Wildtiere, die ebenfalls von den Einsätzen profitieren.
Trotz der modernen Technik bleibt der Einsatz körperlich fordernd. Zehn Kilometer Fußmarsch pro Morgen sind keine Seltenheit. Und dennoch: Die Motivation ist groß, nicht nur für das gute Gefühl, Tierleben zu retten. Etwas in der Gemeinschaft für die Natur zu tun, ist für viele das Entscheidende“, sagt Claudia Plum.
27. März 2023 Übergabe Spende der Sparkasse, Geschäftsstelle Oberforstbach

Danke!
Am 27. März 2023 trafen Markus Baltuttis und Columbine Stuhlmann in der Geschäftsstelle Oberforstbach Achim Merx zur offiziellen Spendenübergabe von 500 EUR für das Drohnenteam. Die Spende wurde im Rahmen der PS-Lotterie der Sparkassen ausgeschüttet. Durch die Teilnahme an PS – der Lotterie der Sparkasse fördern Kunden Projekte von Vereinen und Institutionen, die im Geschäftsbereich der Geschäftsstelle liegen.
Wir bedanken uns bei den Kunden der Sparkasse Aachen-Oberforstbach und der Sparkasse Aachen.
Hinweis für Pressevertreter: Gerne stellen wir Ihnen Bildmaterial zur Verfügung, bitte sprechen Sie uns an: drohnenteam@kjs-aachen.de












